Archiv Melsungen
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Der Deutsch/Französische Krieg von 1870/71. Namen der Röhrenfurther Kriegsteilnehmer.

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 schreckte aber auch unser Dörfchen aus seiner ländlichen Ruhe. Die Wogen der nationalen Begeisterung gingen hoch, zogen doch erstmals Soldaten "aller deutschen Stämme" gegen Frankreich, das im Laufe der Jahrhunderte zum "Erbfeind" der Deutschen erklärt worden war. Das wiedererwachte Nationalgefühl überdeckte die persönlichen Ängste und Sorgen der Familien um die Ernährer und Söhne.
Eingezogen wurden aus Röhrenfurth:
1. Wilhelm Schanze, von Beruf Wagner, seine Frau war eine Tochter vom Förster Borngrebe, wohnte im Hause Georg Schanze —Judengasse—. Er wurde durch einen Gesäßschuß schwer verwundet; er starb 1883.
2. Heinrich Groh war von Beruf Schneider, wohnte mit im Hause des Heinrich Sohl, früher Schafmeisterhaus. Er stammte aus Eubach, ist später nach Elberfeld "ausgewandert".
3. Justus Schneider, Vater des Martin Schneider auf dem Griechenberg, gestorben 1881.
4. August Seeger, Förster, nur eingezogen in die Garnison, wohnte im Forsthaus an der Brücke. Er gründete 1876 den Männergesangverein.
5. Heinrich Pfeiffer, Eltern waren tot; er war Arbeiter und Knecht in Guxhagen, er trat freiwillig ein und wurde verwundet.
6. Johannes Biermann, Vater von Johs. und Heinrich Biermann. War nur eingezogen und hatte in Frankfurt in der Küche gearbeitet. Kam "gekräftigt am Leibe" zurück.
7. Christian Reuter, wohnte in Borngrebenhaus, war Arbeiter, verkaufte sein Haus und zog nach Dortmund. Seine Schwester Marilies war die Frau von Bauer Kolbe (Freudenstein, Unterdorf).
8. Justus Pfeiffer, war Knecht und nur in die Garnison eingezogen.
9. Konrad Steube, nur in die Garnison eingezogen, starb 1928.
Die Angaben zu den einzelnen Namen stammen von Lehrer Eduard Lange, von 1920-1938 in Röhrenfurth.
Im Jahre 1877 stiftete die Gemeinde den Kriegsteilnehmern und den Eingezogenen eine Ehrentafel, die, mit den Orden geschmückt, in der Kirche unter der linken Empore ihren Platz hatte. Bei einer Renovierung der Kirche wurde sie abgenommen und ist seitdem nicht mehr auffindbar.

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